Recherche in der JVA Plötzensee

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Die fachliche Beratung zu den Vorgehensweisen im Justizvollzugskrankenhaus hat Herr Dr. Marc Lehmann übernommen. Er ist der Ärztliche Direktor des Justizvollzugskrankenhaus Berlin in der JVA Plötzensee. Um einen genauen Einblick in die Arbeit, die Räumlichkeiten und den Alltag eines Justizvollzugskrankenhauses zu erhalten, hat er uns nach Berlin eingeladen.

Ankunft in der JVA
Seine Einladung haben wir gern angenommen und uns vergangenen Donnerstag auf den Weg nach Berlin gemacht. Als wir dann vor den Toren der JVA standen, spürten wir unsere Nervosität. Wir waren beide noch nie in einer JVA gewesen. Angst hatten wir zwar nicht, aber dennoch wussten wir nicht genau, was uns erwarten würde.

Als Besucher der JVA mussten wir als Erstes unsere Handys und Personalausweise abgeben und sie gegen einen Besucherausweis eintauschen. Danach machten wir uns auf den Weg ins Büro von Herrn Dr. Lehmann.

Unsere Eindrücke
Nach einem kurzen Gespräch zeigte uns Herr Dr. Lehmann einige Behandlungsräume. Bis auf den Blick aus dem Fenster, aus dem man Gitter und die Gefängnismauern sah, glichen sie den Räumen in normalen Krankhäusern.

Auf der psychiatrischen Station wurde uns jedoch bewusst, dass wir uns in einer JVA befinden, da die meisten Patienten dieser Station Gefängniskleidung getragen haben. Als Besucher waren wir für die Patienten etwas Außergewöhnliches. Das ist uns besonders aufgefallen nachdem uns Herr Dr. Lehmann den Kriseninterventionsraum gezeigt hat. Während wir uns den Raum anschauten, schien sich eine Traube im Flur davor gebildet zu haben. In dem Augenblick, in dem wir den Raum wieder verließen, sind plötzlich alle Blicke der Patienten auf uns gefallen. Ironischerweise kamen wir uns in diesem Moment total beobachtet vor, obwohl wir selbst da waren um den Alltag im Krankenhaus zu beobachten.

Auf der zweiten psychiatrischen Station, die wir besucht haben, wurde gerade das Mittagessen ausgeteilt. Nach wie vor ist für uns erstaunlich, dass die Patienten normales Besteck (also auch Messer) zum Essen bekommen. Unter dem Gesichtspunkt, dass in diesem Krankenhaus nur Patienten untergebracht sind, die wegen Straftaten im Gefängnis sind, erscheint es ziemlich gefährlich. Die Justizvollzugsbeamten haben uns aber erklärt, dass die Patienten trotz ihrer Strafen alltägliche Gewohnheiten pflegen sollen. Daher wäre es hinderlich, ihnen Plastikbesteck zu geben. Außerdem haben die Beamten im Blick, wie viel Besteck wann „im Umlauf“ ist.

Neben diesen Eindrücken haben uns Herr Dr. Lehmann und viele andere Mitarbeiter noch weitere Einblicke in die Räumlichkeiten und Abläufe des Justizvollzugskrankenhauses gegeben. Außerdem konnten wir alle Fragen stellen, die uns für den Film wichtig waren oder uns einfach unter den Nägeln brannten. Dafür danken wir Herrn Dr. Lehmann und allen Beteiligten des Justizvollzugskrankenhauses Berlin in der JVA Plötzensee. Vielen Dank für die Einladung, Ihre Zeit und die vielen Einblicke. Vor allem aber dafür, dass wir alle unsere Fragen stellen konnten. Es war uns eine große Hilfe bei der Recherche für den Film.

Wir bitten um euer Verständnis, dass wir nur Fotos von unserer Recherche-Reise zeigen können, die außerhalb der Mauern der JVA entstanden sind.

 

gezeichnet Schriftzug

 

 

Caro & Andrea

 

Schild am Eingang der JVA Plötzensee

Blick auf das Justizvollzugskrankehaus Berlin von außen

Justizvollzugskrankenhaus Berlin

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